Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium

Ausbildungsschule


Ausbildungskonzept

Schule

1. Präambel

Das Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium (CJB) bildet seit langem erfolgreich junge Lehrkräfte aus.

Die Ausbildung der Lehrkräfte in Vorbereitung (LiV) am CJB wird von allen Beteiligten gemeinsam getragen, d.h.

  • Schülerinnen und Schüler unterstützen die Ausbildung, indem sie mit allen Kräften zum Unterrichtserfolg beitragen.
  • Eltern akzeptieren die Kompetenz der LiV und betrachten sie als Teil des Kollegiums mit großen Chancen für Innovationen.
  • Kolleginnen und Kollegen unterstützen die Arbeit, indem sie alle zur Beantwortung von Fragen, für Hospitationen und als Projektpartner zur Verfügung stehen. Fachliche, didaktische und methodische Fragestellungen, die sich aus der Ausbildung ergeben, werden in den Fachkonferenzen aufgegriffen und gemeinschaftlich geklärt.


Grundsätzlich kann das CJB Lehrkräfte in allen gymnasialen Fächern ausbilden. Bei der Aufnahme neuer LiV wird darauf geachtet, dass in den benötigten Fächern ausgebildete Ausbildungslehrkräfte (AL) bereitstehen und die materielle Ausstattung der Schule eine qualifizierte Ausbildung möglich macht. Aktuelle Schwerpunkte der inhaltlichen Arbeit gehen aus dem Schulprogramm hervor.
Die Ausbildung der LiV wird regelmäßig kritisch reflektiert und damit das Ausbildungskonzept des CJB kontinuierlich evaluiert und fortgeschrieben und den Erfordernissen der Ausbildung angepasst.

2. Rahmenbedingungen

Die Gestaltung der Stundenpläne einer LiV und ihrer Ausbildungslehrkräfte erfolgt so, dass die LiV in einer Klasse oder einem Kurs pro Fach und Halbjahr kontinuierlich den Unterricht der AL begleiten kann. Zudem wird sichergestellt, dass jede AL in mindestens einer Klasse, die die LiV eigenständig im entsprechenden Fach unterrichtet, mindestens eine Stunde pro Woche hospitieren kann.
Die LiV erhält vor Beginn ihrer Ausbildung Informationen über die Unterrichtsorganisation an der Schule und Hinweise zu Bezugsquellen von Schulgesetz, Erlassen, Lehrplänen und anderen wichtigen Unterlagen.
Der Ausbildungskoordinator führt die LiV möglichst vor der ersten Unterrichtswoche ein in die räumlichen Gegebenheiten der Schule, schulorganisatorische Abläufe und stellt wichtige Ansprechpartner vor.
Die Ausbildungslehrkräfte führen die LiV möglichst vor der ersten Unterrichtswoche ein in die Fachräume, das Fachkollegium und geben erste Hinweise zur Unterrichtsplanung und für den Umgang mit Schülerinnen und Schülern.
An den ersten beiden Tagen der ersten Unterrichtswoche wird die LiV vom eigenverantwortlichen Unterricht freigestellt und soll durch vielfältige Hospitationen das Unterrichtsgeschehen am CJB kennen lernen.
Die LiV können aus ihrer Mitte einen Sprecher / eine Sprecherin wählen. Sie können aus dem Kollegium eine Lehrkraft ihres Vertrauens bitten, bei Konflikten zu vermitteln.

3. Unterricht der LiV

Die LiV erteilt eigenverantwortlichen Unterricht im Umfang von 10 Wochenstunden, der sich nicht auf eine Schulstufe beschränken darf. Zusätzlich legen LiV und AL vor Erstellung des Stundenplans für das kommende Halbjahr pro Fach eine Klasse oder einen Kurs der AL fest, in der die LiV durchgängig hospitiert und phasenweise den Unterricht selbst übernimmt. Dabei wird sichergestellt, dass die LiV im Laufe ihrer Ausbildung Unterricht in der Orientierungsstufe, der Sek1 und der Sek2 erteilt, soweit die Fächer der LiV in diesen Klassenstufen unterrichtet werden.
Die LiV sollte in jedem Fach einmal pro Halbjahr einen Entwurf für eine Unterrichtseinheit und einmal pro Woche einen Stundentwurf vorlegen. Genauere Absprachen über Umfang und Häufigkeit dieser Entwürfe treffen die LiV und die AL nach Bedarf.
Die LiV führt im angeleiteten Unterricht mindestens eine Unterrichtseinheit pro Halbjahr durch. Diese UE dient der intensiven Analyse und Reflexion des Unterrichts der LiV. Zu dieser UE legt die LiV der AL eine Unterrichtskonzeption vor.
Die LiV hospitiert nach Rücksprache bei anderen Fachlehrkräften ihrer Unterrichtsfächer. Damit soll sie einen möglichst umfassenden Überblick über unterschiedliche Unterrichtsformen und -stile erhalten.
Der Schulleiter nimmt an den Hospitationen teil, die im Rahmen der Ausbildungsberatung durch Studienleiterinnen und Studienleiter des IQSH für jedes Fach einmal pro Semester durchgeführt werden. Der Schulleiter teilt der LiV mit, wenn eine weitere Lehrprobe erforderlich ist. An diesen Unterrichtsbesuchen nehmen die Ausbildungslehrkräfte der LiV teil. Die Teilnahme anderer LiV -  auch von anderen Schulen - ist erwünscht. Die LiV übernimmt nach rechtzeitiger Absprache des Termins die Organisation der Lehrprobe und legt den erforderlichen Stundenentwurf (+ Anhang) vor.
Die gezeigte Stunde wird in der Regel direkt im Anschluss in einem Gespräch analysiert und reflektiert. Im 3. und 4. Semester fasst der Schulleiter das Gespräch abschließend mit einer Bewertung der Stunde zusammen.

4. Aufgaben der Ausbildungslehrkräfte

Die Ausbildungslehrkräfte unterstützen die LiV durch

  • Beratung bei der Konzeption von Unterrichtseinheiten auf Basis der Lehrpläne und der Bildungsstandards.
  • Anleitung bei der Planung von Stunden des eigenverantwortlichen Unterrichts.
  • Qualifizierung der LiV hinsichtlich fachlicher, fachdidaktischer und methodischer Fragestellungen.
  • Hilfestellung bei der Konzeption von Klassenarbeiten und Klausuren.
  • Hospitationen, die in der Regel in mindestens einer Stunde pro Woche im eigenverantwortlichen Unterricht der LiV mit zeitnaher gemeinsamer Reflexion der Stunde erfolgen.


Die Ausbildungslehrkräfte beraten die LiV

  • bei der Analyse und Bewältigung erzieherischer Situationen
  • bei der Erarbeitung von Bewertungsmaßstäben für schriftliche und mündliche Schülerleistungen
  • bei der Vorbereitung von Elterngesprächen, Elternabenden und anderen den Unterricht begleitenden Maßnahmen.


Die AL ermöglicht der LiV in der Regel in jeder Unterrichtswoche ein einstündiges Beratungsgespräch. Sie führt mit der LiV ca. vier bis sechs Wochen nach Beginn des ersten und zweiten Semesters ein Orientierungsgespräch. Getroffene Vereinbarungen werden protokolliert und sind verbindlich.


5. Betreuung durch die Schulleitung

Die Betreuung durch die Schulleitung liegt im Wesentlichen in der Hand des Ausbildungs-koordinators. Er berät und unterstützt die LiV in allen Fragen, die über den Fachunterricht hinausgehen.

Der Ausbildungskoordinator gibt Auskunft und berät in allen Fragen der Ausbildung (APO II, Ausbildungsstandards, Portfolio, Prüfung). Er vermittelt Kontakte der LiV zur Schulleitung, zu den Ausbildungslehrkräften und zum Personalrat.
Der Schulleiter informiert sich regelmäßig über den Stand der Ausbildung und die Leistungen der LiV. Dazu nimmt er an Lehrproben und den im Rahmen der Ausbildungsberatung erfolgenden Unterrichtsbesuchen teil und spricht in diesem Zusammenhang von ihm wahrgenommene Stärken und Schwächen an. Damit soll sichergestellt werden, dass mögliche Defizite frühzeitig erkannt und behoben werden können. Der Schulleiter informiert die LiV einmal im Jahr über Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit und besondere Aktivitäten der Schule.

Daneben stehen die Funktionsstelleninhaber und Studienleiter bei allen Fragen, die ihren Aufgabenbereich betreffen, beratend zur Verfügung. Insbesondere geben sie den LiV einmal im Schuljahr in einer besonderen Sitzung die Möglichkeit, Einblick in ihren Aufgabenbereich zu nehmen.

6. Einbindung in das Schulleben

Alle Kolleginnen und Kollegen sind aufgefordert, die LiV dort zu unterstützen und aktiv in bestehende Schulstrukturen einzubeziehen, wo direkte Berührungspunkte entstehen.

Dies gilt insbesondere für

  • die Fachkollegien einer Jahrgangsstufe (z.B. Parallelarbeiten, Projekte)
  • die Fachkollegien insgesamt (z.B. Fachkonferenzen)
  • die Klassenkollegien (z.B. Wandertage, Zeugniskonferenzen, Elternabende)
  • Die Klassenlehrer (Einführung in die Aufgaben eines Klassenlehrers)


Die LiV sollte nach Möglichkeit mindestens eine Veranstaltung (z.B. Wandertag, Projekttag) eigenständig planen und durchführen.
Die LiV gibt auf den Fachkonferenzen Rückmeldung über ihre Ausbildung. Dies kann durch Informationen über Ausbildungsmodule, das Vorstellen eigener Unterrichtseinheiten oder Erfahrungsberichte geschehen. Sie gibt damit dem Schulleben neue Impulse.

13.01.2011 IP