Leo-Leo-Vorlesewettbewerb Spanisch

veröffentlicht am #CaJaBu

Es lag eine gespannte Konzentration in der Luft, als die Jurys im Instituto Cervantes in Hamburg die jeweiligen Gruppenbesten finden mussten. Mit sprachlichem Können, der richtigen Betonung und der überzeugenden szenischen Vortragsweise setzten sich sieben Schülerinnen und Schüler gegen die starke Konkurrenz aus 70 Finalistinnen und Finalisten des Spanisch-Vorlesewettbewerbs „Leo, leo - ¿qué lees?“ durch: Lea Könemann vom Gymnasium Eckhorst in Bargteheide, Sairem Butt vom Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium in Lübeck, Charilaos Papadopoulos vom Nordseegymnasium in St. Peter-Ording, Jette Spranger vom Gymnasium Elmschenhagen in Kiel, Mia Hagen vom Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium in Lübeck, Smilté Duseviciute von der Nordseeschule in St. Peter-Ording und Magdalena Hidalgo Gianikki vom Johanneum in Lübeck belegten den jeweils ersten Platz in ihrer Gruppe. Sie sind die Landesbesten aus 1.800 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Schleswig-Holstein.

Sairem Butt vom Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium in Lübeck wird im Juni am Bundesfinale teilnehmen.

Was heißt „Leo, leo“?

Beim Titel „Leo, leo - ¿qué lees?“ handelt es sich um ein Wortspiel, das auf mehrere Dinge anspielt: Auf Spanisch spielen die Kinder: „Veo, veo, qué ves?“ – „Ich sehe was, was du nicht siehst“. Wortwörtlich übersetzt heißt der Titel: „Ich lese, ich lese - was liest du?“. Gleichzeitig bedeutet „Leo“ auch Löwe – daher das Löwenlogo.

Lesen stärken, Wettbewerb spüren und Selbstwirksamkeit erfahren

Der Spanisch-Vorlesewettbewerb „Leo, leo – ¿qué lees?“ findet seit acht Jahren in Schleswig-Holstein statt. Dieses Jahr nahmen rund 1.800 Schülerinnen und Schüler von 27 Schulen teil. 73 von ihnen haben es ins Finale geschafft. Bina Almohammad (14) von der Elsa-Brandström-Schule in Elmshorn ist eine von ihnen: „Ich finde es eine tolle Erfahrung, das mitzuerleben, zu sehen, wo ich stehe und mich mit anderen zu vergleichen.“ Dass sich so viele Schülerinnen und Schüler dieser anspruchsvollen Aufgabe stellten, in einer fremden Sprache im Wettbewerb zu lesen, sei beeindruckend, sagt Stephanie Berger. Sie betreut als Landesfachberaterin Spanisch am IQSH den Wettbewerb auf Landesebene. „Wir stärken damit das Lesen als eine querschnittliche Aufgabe an den Schulen. Das ist ein wichtiger Teil des Sprachenunterrichts. Zusätzlich bringt so ein Wettbewerb die Erfahrung von Selbstwirksamkeit, Resilienz und Frustrationstoleranz“, so Berger.

Sprachraum mit hundert Millionen Menschen offen

Traditionell öffnet das Kulturinstitut Instituto Cervantes der spanischen Botschaft seine Türen einmal im Jahr für die Schülerinnen und Schüler aus Schleswig-Holstein. „Für uns ist diese Initiative deshalb lobenswert, weil sie neugierig auf eine Sprache mit Zukunft macht. Lesen erlaubt es, sich in Geschichten von anderen zu vertiefen, es bildet kritisches Denken aus und öffnet den Schülerinnen und Schülern die Türen zu einem Sprachraum, in dem hundert Millionen Menschen sprechen“, sagte Marta Ares, Bildungsreferentin der Spanischen Botschaft, die eigens zum Landesentscheid nach Hamburg gekommen war. Als Jurymitglied für die Gruppe der herkunftssprachlichen Sprecherinnen und Sprecher war sie beteiligt, die Landesbesten zu küren: „Ich bin beeindruckt von dem Können und dem Engagement der Lehrkräfte“, würdigte Ares die enorme organisatorische Leistung hinter dem Wettbewerb.

Beeindruckendes Können

„Das ist schon faszinierend, was die anderen können“, staunt Tarek Haloubi (17). Trotz der starken Konkurrenz in den nach Jahrgängen und Sprachfortschritt zusammengestellten Gruppen sind die beiden Schüler begeistert: „Ich liebe einfach die spanische Sprache und es ist einfach toll, hier zu sein und mitmachen zu können“, fasst Jonas (16) zusammen.

Hintergrund zum Wettbewerb

Der attraktive Wettbewerb, der in der ersten Phase ein Breitenwettbewerb ist und erst in den nächsten Schritten zum Exzellenzwettbewerb wird, findet bundesweit immer mehr Nachahmer. Erst seit zwei Jahren findet ein Bundesentscheid statt. In diesem Jahr treten die Landesbesten der A1-Gruppen aus neun Ländern gegeneinander an.

„Leo, leo – ¿qué lees?“ wird in Schleswig-Holstein seit sechs Jahren vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) gemeinsam mit dem Instituto Cervantes in Hamburg, einer öffentlichen Einrichtung der spanischen Regierung, ausgerichtet. Spanisch wird in Schleswig-Holstein in der Sekundarstufe I (in den Jahrgangsstufen 7 bis 10) an Gymnasien als zweite oder dritte Fremdsprache und an Gemeinschaftsschulen als Wahlpflichtfach angeboten. Gefördert wird der Wettbewerb durch den Deutschen Spanischlehrkräfteverband (DSV), das Instituto Cervantes Hamburg, Consejería de Educación Berlin, den Cornelsen Verlag Berlin und den Klett Verlag Stuttgart.

Text: Magdalena Drywa (IQSH), Fotos: Thomas Panzau

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