Spanien-Individualaustausch 2025
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Am 27.10.2025 brachen wir, insgesamt sechs Schülerinnen des 10 Jahrgangs, auf in die Hauptstadt von Spanien: Madrid für vier Wochen, um das Schulsystem, die Kultur, ein für einen selber ungewohntes Familienleben und die vielen neuen Menschen kennenzulernen. Jede von uns verbrachte den Aufenthalt bei einer warmherzigen Gastfamilie, ging zur Schule, der IES Ramiro de Maeztu und unternahm nachmittags Aktivitäten.
1. und 2. Woche
Am Samstag sind wir sechs Schülerinnen aus Deutschland in Madrid angekommen und
wurden direkt herzlich von unseren Austauschpartnerinnen empfangen. Am Abend waren
wir noch auf der „Fiesta de Berlín“, einen kleinen Rummel im Stadtviertel – ein lebendiger
Start in unseren Austauschmonat.
Am Sonntag trafen wir uns mit allen Lehrkräften und Austauschschüler*innen in der
Stadt. Dort gingen wir gemeinsam zu „San Ginés“, einer der bekanntesten Churrerías
Madrids. Die Churros mit der Schokoladensoße waren unglaublich lecker und ein echtes
Highlight gleich zu Beginn. Danach trennten wir uns von den Lehrern und sind in unserer
großen Gruppe weiter durch Madrid spaziert. Später gingen wir auch noch alle
zusammen etwas essen.
Von unter der Woche hatten wir jeden Tag von 08:20 bis 15:30 Uhr Unterricht an der
spanischen Schule. An den Nachmittagen zogen wir meistens los, um Madrid besser
kennenzulernen – kleine Läden, verschiedene Viertel, typische Plätze. Einige von uns
waren am Donnerstag wegen einer Demonstration für Palästina nicht in der Schule. Am
Freitag trafen sich drei von uns noch einmal mit ihren Austauschpartnerinnen, gingen
zusammen zu „Taco Bell“ und schlenderten anschließend weiter durch die Stadt.
Der Samstag der zweiten Woche führte uns nach einer Empfehlung zum Mercadillo de
Majadahonda und dem Rastro, zwei wunderschöne Märkte mit vielen kleinen Ständen
wo du Schmuck, Taschen, Mitbringsel und vieles weichters kaufen kannst. Eine von uns
hatte später am Abend die Möglichkeit, ein Fußballspiel von Real Madrid zu sehen – ein
unvergessliches Erlebnis!
Am Sonntag waren einige von uns das Museo Reina Sofía, während andere ein
Basketballspiel der Austauschpartnerin besuchten. Insgesamt war es ein eher ruhiger
und entspannter Tag.
In der darauffolgenden Woche hatten wir erneut jeden Tag Unterricht bis 15:30 Uhr.
Danach haben wir oft Madrid weiter erkundet – mal zu zweit, mal in kleinen Gruppen. Am
Samstag trafen wir uns wieder zu viert mit unseren Austauschpartnerinnen, gingen
gemeinsam essen und hatten einen sehr schönen Tag. Eine von uns war außerdem auf
dem Geburtstag einer Freundin ihrer Austauschpartnerin eingeladen.
Der zweite Sonntag war etwas ganz Besonderes: Día Nacional de España. Die meiseten
von uns waren da und haben sich die große Parade nicht entgehen lassen – Militär,
Musik und beeindruckende Flugzeugformationen am Himmel. So etwas kennen wir aus
Deutschland nicht, und die Atmosphäre war einfach beeindruckend. Danach waren wir
noch gemeinsam essen und ließen den Tag gemütlich ausklingen
3. und 4. Woche
In den letzten beiden Wochen waren wir ebenfalls jeden Tag in der Schule. Danach taten wir meist unterschiedliche Dinge, wie zum Beispiel im Retiro spazieren gehen, oder shoppen gehen. Einige von uns waren in der Innenstadt und bummelten durch einige Secondhand - Läden.
Am Wochendende sammelten wir weitere Erfahrungen mit mehr nicht - deutsch und kaum englisch - sprechenden Spaniern. Das war sehr interessant und ein bisschen überwältigend.
Auch kulinarisch wurden uns Paella und arroz cubano (kubanischer Reis) gezeigt. Die Gerichte waren sehr lecker.
Nachmittags trafen wir uns außerdem im Retiro oder im Jardín Botánico (dem Botanischen Garten) um zu reden oder unsere Videos über den Austausch zu filmen.
In der letzten Woche versuchten wir noch viele Eindrücke und Erlebnisse zu sammeln.
Wir aßen köstliche Zimtschnecken und knusprige Churros mit Schokolade.
Einige von uns gingen am letzten Abend auf einen Geburtstag, andere verbrachten den Abend mit ihren Gastfamilien gingen ins Restaurant oder verbrachten den Abend ruhig in Vorbereitung auf den frühen Abreisemorgen.
Die Stimmung am Flughafen war traurig, wegen, unerwartet schnell gekommene, Abreise, aber auch freudig unsere Familien wieder zu sehen. Nach einem letzten Abschiedsfoto ging es auch schon ins Flugzeug zurück nach Hause.
Unterschiede zwischen den Schulen
Zwischen Deutschland und Spanien gibt es viele Unterschiede. Das ist auch an den Schulen
bemerkbar. Die spanische Schule ist deutlich größer als unsere Schule. Lasst euch nicht von den
Zäunen und vergittterten Fenstern abschrecken. Diese sind nicht dazu da, um euch gefangen zu
halten sondern um für eure Sicherheit zu sorgen und die spanischen Schülerrinnen und Schüler
davon abzuhalten das Schulgelände unerlaubt zu verlassen. Hinter den Zäunen sieht die Schule
komplett anders aus. Sie besteht aus mehreren Gebäuden und hat Räume wie eine Bibliothek, eine
Kappelle und ein Theather. Wenn man alleine durch die Flure unterwegs war konnte man sehr leicht
verloren gehen. Aber zum Glück gibt es dort eine Menge netter Lehrerinnen und Lehrer, die einem
gerne helfen. Die Schule ist zudem auch noch sehr alt, weshalb manche Räume -wie zum Beispiel die
Kappelle- nicht mehr regelmäßig genutzt werden. Während die Schule in Deutschland um 07:45 Uhr
beginnt und meist um 12:55 Uhr endet, beginnt die Schule in Spanien erst um 08:20 Uhr endet dafür
aber jeden Tag 15:10 Uhr. Außerdem haben die Spanier sieben verschiedene Unterrichtsfächer pro
Tag und dabei nur eine einzige Pause von 25 Minuten. Zusätzlich ist uns aufgefallen, dass der
Unterricht in Spanien eher theoretisch orientiert ist. Wo bei uns Experimente oder andere
praktische Lehrmethoden angewandt werden, läuft es in Spanien meist auf einen Monolog der
Lehrer hinaus. Ein weiterer großer Unterschied ist die Arbeitsmoral der Schüler. In fast jeder
Stunde haben die spanischen Schülerinnen und Schüler gezeigt, wie wenig Lust sie auf den
Unterricht hatte. In Form von lautem Reden, Sachen, die durch die Klasse geworfen werden und das
Schlafen im Unterricht. Das Mangelde Interesse könnte daran liegen, dass in Spanien keine
mündlichen Noten verteilt werden und die Lehrer die meisten Schülerinnen und Schüler nicht
wirklich kennen. Aber egal zu welcher Tageszeit in den Klassenräumen geht es immer wild einher.
Da die Lehrerinnen und Lehrer dies allerdings ignorieren, lässt sich davon ausgehen, dass dies der
normal Fall in den Stunden ist. Trotz der niedrigen Arbeitsmoral lernen die Spanierinnen und
Spanier allerdings trotzdem alles, was auf dem Lernplan steht. Wie sie das schaffen bleibt uns ein
Kulturelle Unterschiede
In Madrid haben wir schnell gemerkt, dass der Alltag in Spanien anders organisiert ist als bei uns. Vieles fängt später an. Die Schulen beginnen erst um 8:30 Uhr, und generell wirkt der Tagesrhythmus entspannter und weiter nach hinten verschoben. Mittags findet die Siesta statt, eine
Ruhezeit, in der viele Geschäfte schließen und die Menschen sich ausruhen. Die Straßen werden plötzlich ruhig, bevor das städtische Leben erst später wieder richtig beginnt.
Nach der Siesta verändert sich die Stimmung komplett: Am späten Nachmittag, etwa gegen 17 Uhr, werden die Straßen, Plätze und Bars wieder lebendig. Die Menschen treffen sich, gehen raus und genießen die gemeinsame Zeit. Das Zusammensein gehört hier ganz selbstverständlich zum Alltag.
Besonders deutlich zeigt sich das in den unzähligen Tapas-Bars, die überall zu finden sind. Dort teilt man viele kleine Gerichte wie Pimientos, verschiedene Sorten Käse, viel Jamón (Schinken) und fast alles wird mit reichlich Olivenöl zubereitet. Man merkt, dass Olivenöl ein zentraler
Bestandteil der spanischen Küche ist .Kaum ein Essen kommt ohne aus. Essen bedeutet hier nicht nur satt werden, sondern vor allem Gemeinschaft und Austausch.
Unsere eigenen Erlebnisse haben das bestätigt. Nachmittags haben wir uns oft im Parque de Retiro getroffen, und genau dort haben wir gesehen, wie tief die Kultur des gemeinsamen Draußenseins in Spanien verankert ist. Abends waren die Wiesen voller Menschen, die picknickten, zusammen aßen oder einfach Zeit miteinander verbrachten. Auch wir waren insgesamt viel länger draußen, und es war völlig normal, sich erst gegen 19 Uhr zu treffen.Selbst an Schultagen. Das Leben schien erst am Abend richtig loszugehen.
Auch die Stadt selbst erzählt etwas über die spanische Kultur. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören der Königspalast, , das Prado, der Plaza Mayor, Viele dieser Orte der Retiro-Park, das Prado-Museum und die Gran Vía. stehen für den früheren Wohlstand Madrids. Spanien holte während des Kolonialismus große Mengen an Gold, Silber und Rohstoffen aus den eroberten Gebieten nach Europa, und ein großer Teil dieses Reichtums floss in die Hauptstadt. Das prägt die Kultur, den Baustil und das Selbstverständnis der Stadt bis heute.
Ein weiterer kultureller Höhepunkt war unser Ausflug nach Segovia. Dort haben wir die Tradition des Spanferkels (Cochinillo) kennengelernt. Es wird so zart zubereitet, dass es symbolisch mit einem Teller statt mit einem Messer zerteilt wird. Ein Ritual, das zeigt, wie wichtig Essen als Tradition und Kulturerbe ist.
Insgesamt haben wir erlebt, dass Kultur in Spanien weit mehr bedeutet als Sehenswürdigkeiten: Es ist ein Lebensgefühl. Zeit miteinander, gutes Essen und ein Alltag, der nicht von Stress bestimmt wird, sondern vom Zusammensein.
Wir finden alle, dass der spanien-austausch und die damit verbundene Zeit, unvergesslich und wirklich toll war.
Wir würden jedem empfehlen, der sich das selbst zutraut, diese Erfahrung zu machen.
Natürlich ist es ganz normal anfangs aufgeregt zu sein, aber am Ende lohnt es sich auf jeden Fall
Am wichtigsten ist es, die Zeit dort zu genießen, sich nicht zu viele Sorgen zu machen und einfach alles mitzunehmen.
Unsere Tipps sind, auch mal alleine etwas ohne seinen Austauschpasther zu unternehmen und nicht nur von seinem Austausch-partner abhängig zu sein .
Außeden hift es sehr, sich mit dem Bus-und Metrosystem vertraut zu machen - mit einer guten Karten- App funktioniert das einwandfrei.
Insgesamt war es eine großartige Erfahrung, die wir nur weiterempfehlen können.